GTA 6: Cyberleek droht mit komplettem Build und verkauft jetzt Werbeplätze

GTA 6 Gameplay-Leak mit neuen mutmaßlichen Spielszenen und Vice-City-Kulisse

Der Leak rund um GTA 6 nimmt eine neue Dimension an. CYBERLEEK behauptet inzwischen nicht nur, Zugriff auf einen vollständigen Build des kommenden Rockstar-Titels zu besitzen. Auf der eigenen Website wurde auch eine direkte Warnung an Rockstar Games und Take-Two veröffentlicht: Kopien des Builds sollen weltweit verteilt und mit einem automatischen Veröffentlichungsmechanismus abgesichert worden sein. Gleichzeitig versucht CYBERLEEK offenbar, die enorme Aufmerksamkeit zu Geld zu machen – mit Werbeplätzen in zukünftigen Leak-Videos.

Wichtig dabei: Dass CYBERLEEK tatsächlich einen vollständigen GTA-6-Build besitzt und der beschriebene automatische Mechanismus existiert, lässt sich derzeit nicht unabhängig bestätigen. Die bisher veröffentlichten Gameplay-Aufnahmen sprechen allerdings dafür, dass zumindest Zugriff auf einen spielbaren Build oder auf Material aus einem solchen besteht.

GTA-6-Build soll weltweit gesichert sein

In einer neuen Mitteilung auf der eigenen Website richtet sich CYBERLEEK direkt an Rockstar Games und Take-Two. Demnach befinde sich der angebliche GTA-6-Build längst nicht mehr an einem einzigen Ort.

CYBERLEEK behauptet, Kopien seien auf Laufwerken und Servern an verschiedenen Orten der Welt verteilt. Dadurch soll es nach eigener Darstellung keinen einzelnen Server mehr geben, dessen Beschlagnahmung die Verbreitung verhindern könnte.

Noch brisanter ist der angebliche Schutzmechanismus dahinter:
Nach Darstellung von CYBERLEEK muss die Veröffentlichung des Builds jeden Tag manuell verhindert werden. Wird diese Bestätigung nicht vorgenommen, soll der Prozess automatisch weiterlaufen. Sollte CYBERLEEK also festgenommen, technisch ausgeschaltet oder anderweitig daran gehindert werden, die tägliche Freigabe abzubrechen, könnte der Build angeblich innerhalb weniger Tage veröffentlicht werden.

Das Prinzip erinnert an einen sogenannten „Dead Man’s Switch“: Solange eine Person regelmäßig ein Lebenszeichen beziehungsweise eine Bestätigung abgibt, passiert nichts. Bleibt diese aus, wird ein zuvor festgelegter Vorgang ausgelöst.

Am Ende der Botschaft richtet CYBERLEEK eine deutliche Warnung an Rockstar: „Tread lightly.“

Ob dieser Mechanismus tatsächlich eingerichtet wurde, ist vollkommen offen. Technische Beweise für die weltweit verteilten Kopien oder den automatisierten Release wurden bislang nicht öffentlich vorgelegt.

Besitzt CYBERLEEK wirklich einen vollständigen GTA-6-Build?

Genau hier muss zwischen den bisherigen Leaks und den neuen Behauptungen unterschieden werden.

Mehrere veröffentlichte Gameplay-Clips deuten darauf hin, dass CYBERLEEK oder eine verbundene Quelle tatsächlich Zugriff auf eine spielbare Version von GTA 6 hat. In einem der Videos wurden beispielsweise Aktionen direkt innerhalb des Spiels ausgeführt, die sich nur schwer mit einer Sammlung vorher aufgezeichneter Videos erklären lassen.

Insider Gaming kam deshalb bereits zu dem Schluss, dass Zugriff auf einen Build plausibel erscheint. Unklar bleibt jedoch, wie aktuell dieser ist und ob CYBERLEEK tatsächlich das vollständige Spiel besitzt.

Die Behauptung einer „kompletten Build“ geht damit deutlich weiter als das, was anhand der veröffentlichten Aufnahmen bislang sicher beurteilt werden kann.

Jetzt verkauft CYBERLEEK auch noch Werbung

Während Take-Two versucht, die Verantwortlichen hinter den Leaks zu identifizieren, schlägt CYBERLEEK gleichzeitig einen ungewöhnlichen Weg ein: Auf der Website wurde ein Bereich für Werbung und geschäftliche Anfragen eingerichtet.

Angeboten werden demnach unter anderem Werbeplatzierungen in zukünftigen Leak-Videos. Marken könnten beispielsweise mit Wasserzeichen in veröffentlichtem GTA-6-Gameplay auftauchen. Auch individuell erstellte Gameplay-Clips für bestimmte Unternehmen werden angeboten.

Billig ist bereits die Kontaktaufnahme nicht.

CYBERLEEK verlangt zunächst 400 XMR in der Kryptowährung Monero. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung entsprach das ungefähr 165.000 US-Dollar. Und diese Summe bezahlt noch nicht einmal die eigentliche Werbung.

Die 400 XMR dienen laut CYBERLEEK ausschließlich als Kontaktgebühr. Wer bezahlt, erhält lediglich die Garantie, dass innerhalb von 24 Stunden über den Messenger Session Kontakt aufgenommen wird. Preise, Umfang und weitere Bedingungen einer möglichen Werbevereinbarung sollen anschließend privat ausgehandelt werden.

CYBERLEEK betont dabei ausdrücklich, dass es sich nicht um eine Lösegeldforderung handle, bei der Rockstar oder ein anderer Publisher für das Ende der Leaks bezahlen könne.

Take-Two geht inzwischen gerichtlich gegen die Leaks vor

Parallel dazu zieht Take-Two die juristischen Schrauben deutlich an.

Am 20. August 2026 beantragte der Konzern beim US-Bundesgericht Vorladungen gegen Microsoft und Discord. Damit sollen Informationen gesammelt werden, die zur Identifizierung von Personen hinter den GTA-6-Leaks führen könnten. Die Anträge wurden inzwischen von einem Gericht in New York genehmigt.

Gefordert werden unter anderem Accountinformationen und weitere Daten im Zusammenhang mit Accounts und Diensten, über die Material verbreitet worden sein soll. Microsoft erklärte zudem, Take-Two und Rockstar beim Schutz ihres geistigen Eigentums zu unterstützen.

Damit ergibt sich eine außergewöhnliche Situation: Während Take-Two versucht, die Verantwortlichen über Microsoft, Discord und den Rechtsweg zu identifizieren, behauptet CYBERLEEK öffentlich, dass genau ein erfolgreiches Vorgehen gegen die Gruppe die Veröffentlichung des vollständigen GTA-6-Builds auslösen könnte.

Ob dahinter tatsächlich eine technisch vorbereitete Absicherung steckt oder CYBERLEEK lediglich versucht, den Druck auf Rockstar und Take-Two weiter zu erhöhen, lässt sich momentan nicht feststellen.

Fest steht dagegen: Der GTA-6-Leak ist längst über einzelne Gameplay-Videos hinausgewachsen.

Quellen

Insider Gaming – CYBERLEEKs neue Drohung gegen Rockstar
GamesRadar – Werbeangebot und 400-XMR-Kontaktgebühr
Insider Gaming – Gericht genehmigt Take-Two-Vorladungen
VGC – Take-Two fordert Daten von Microsoft und Discord

Von Jan

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